Baureihe 144 (E 44) ...
Die Elektrolokomotiven der Baureihe E 44 (ab 1968 Baureihe 144 bei der DB bzw. ab 1970 Baureihe 244 bei der DR) wurden ab 1932 von der
Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) in Dienst gestellt, nachdem bereits ein Jahr zuvor eine Vorserienlok (E 44 001) von SSW entwickelt
und durch die DRG erprobt wurde. Die Fahrzeuge mit der Achsfolge Bo'Bo' waren die ersten deutschen Serienelektroloks mit Drehgestellen ohne
Laufachsen und Einzelachsantrieb und vorrangig für die ab 1933 neu elektrifizierte Strecke von Augsburg über die Geislinger Steige nach Stuttgart
vorgesehen.
Die Lokomotiven bewährten sich dort, so dass weitere Loks an alle wichtigen Elektromotiv-Bahnbetriebswerke, in denen Elektrolokomotiven
stationiert waren, in Bayern, Mitteldeutschland und Schlesien geliefert wurden. Zeitweilig waren auch in Salzburg E 44 stationiert, die
jedoch wieder abgegeben wurden.
Bis 1945 wurden die Lokomotiven wegen der militärstrategischen Bedeutung, immer mehr unter Verwendung von Heimbaustoffen, unter Bezeichnung KEL 2
(Kriegsellok 2) beschafft. Insgesamt wurden 174 Maschinen gebaut, von denen jedoch etliche durch Kriegshandlungen einen Totalschaden erlitten
und deshalb ausgemustert werden mussten.
Die in Ostdeutschland stationierten Lokomotiven mussten nach der Einstellung des elektrischen Betriebs im Rahmen der Reparationen an die UdSSR
abgegeben werden. Bei Perm erprobte man das deutsche 15kV-System unter den Verhältnissen des Kontinentalklimas. Dazu wählte man die seinerzeit
modernen E44 (und E94) aus, sie wurden auf 1524 mm umgespurt und mit SA3-Mittelpufferkupplungen ausgerüstet. Für beide Umbauten waren die
Drehgestellrahmen nicht ausgelegt, die Folge war ein Verlust an Stabilität. Nach Abschluss des Versuchsbetriebes wurden 1952 44 Maschinen sowie
zwei in Hirschberg in Schlesien (Jelenia Góra) erbeutete Maschinen in einem desolaten Zustand zurückgegeben. Die umgespurten Maschinen erreichten
das Raw Dessau in je drei Teile zerlegt auf Flachwagen verladen. Mindestens eine Maschine verblieb, auf Gleichstrombetrieb umgebaut, in der UdSSR.
Die Mehrzahl der Lokomotiven kam zur Deutschen Bundesbahn. Diese baute sogar sieben Loks nach, da es im Rahmen des Besatzungsstatuts untersagt
war, völlig neue Lokomotiven zu entwickeln: 1950 die E 44 181, 1951 die E 44 182 und 183 sowie 1955 die E 44 184 bis 187. 1963 und 1965 wurden
die umgebauten E 244 11 und E 244 12 als E 44 188 und E 44 189 in Dienst gestellt. Insgesamt verfügte die DB über 125 Lokomotiven. Die DB rüstete
mehrere Maschinen für den Wendezugbetrieb aus, kenntlich gemacht durch ein G hinter der Loknummer. Die E 44 mit elektrischer Bremse wurden durch
ein W kenntlich gemacht. Diese Lokomotiven wurden u.a. auf der Höllentalbahn im Schwarzwald eingesetzt. Ab 1968 wurden bei der DB die E 44 als
Baureihe 144 umgezeichnet.

