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Bäderbahn "Molli" ...

Die Steckenführung der Bäderbahn "Molli" führt uns mitten durch die engen Straßen der Münsterstadt, Bad Doberan. Entlang an einer der schönsten Lindenalleen Deutschlands und vorbei an der ältesten Galopprennbahn des europäischen Kontinents.

Am 7. Juli 1886 wurde die Strecke als Verbindung von Bad Doberan mit dem Seebad Heiligendamm von der Eisenbahnunternehmung Lenz & Co. in Stettin errichtet und als Doberan-Heiligendammer-Eisenbahn (DHE) betrieben. Der Verkehr fand zunächst nur während der Sommersaison statt, die am 1. Mai jedes Jahres begann und am 30. September endete. Am 1. März 1890 übernahm das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin die Bahn und gliederte sie in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn ein. Die Verlängerung der Strecke bis in das Ostseebad Arendsee (das 1938 mit den Nachbargemeinden Brunshaupten und Fulgen zum Ostseebad Kühlungsborn zusammengeschlossen wurde) erfolgte am 12. Mai 1910. In diesem Jahr wurde auch der Güterverkehr auf dieser Strecke aufgenommen; die Bahn verkehrte nun ganzjährig. Ab 1920 gehörte die Bahn zur der Deutschen Reichsbahn. Da das Umladen der Güter von der Regelspurstrecke Wismar–Rostock auf die Schmalspurstrecke zu aufwendig und damit unrentabel war, wurde im Jahr 1969 der Güterverkehr eingestellt. Die Beförderung von Regelspurwagen auf schmalspurigen Rollwagen, wie es z. B. auf sächsischen Schmalspurbahnen üblich war, schied aufgrund der engen Stadtdurchfahrt in Bad Doberan von vornherein aus. Somit gab es nur noch Personenverkehr. Die Strecke wurde mit täglich 13 Zugpaaren bedient, eine für eine Schmalspurbahn ungewöhnlich hohe Zugdichte. 1976 nahm der damalige Bezirk Rostock die Bahn in die Bezirksdenkmalliste auf. 1995 übernahm eine Betreibergesellschaft, bestehend aus dem Landkreis Bad Doberan sowie den Städten Kühlungsborn und Bad Doberan, die Bahn von der Deutschen Bahn AG. Heute firmiert die gemischt-wirtschaftliche Gesellschaft als Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH & Co. KG in Bad Doberan.

Im Jahr 1932 ließ die DRG die deutlich größeren, schnelleren und stärkeren Loks der Baureihe 99.32 (99 321 - 323) bauen. Diese drei Loks stehen heute noch im Einsatz. Im Jahr 1961 kamen von den Werkbahnen der SDAG Wismut drei Lokomotiven zum Molli und wurden hier als Baureihe 99.33 (99 331 bis 333) eingereiht. Eine der drei, die 99 331, ist noch betriebsfähig und dient als Reserve. Die 99 332 steht als Denkmal am Molli-Museum im Bahnhof Bad Kühlungsborn West. Der Endbahnhof Kühlungsborn-West beherbergt das Molli-Museum und das Bahnbetriebswerk.
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