Gleisbau ...
Bahnschwelle
Bei der Bahnschwelle handelt es sich um den Teil des Eisenbahnoberbaus, der die Schienen trägt und deren Belastungen auf den Gleis-Unterbau
überträgt und verteilt. Es ist weiterhin die Aufgabe der Schwelle, die darauf befestigte Schiene in ihrer Lage zu fixieren und somit die
Einhaltung der Spurweite sicherzustellen.
Holzschwellen
Die Holzschwellen orientieren sich an den Querschnittsmaßen 0,26 x 0,16 m und haben eine Länge von 2,60 m oder länger. Holzschwellen werden
überwiegend auf Brücken und unter Weichen verbaut. Bei Brücken verhindern sie Resonanzen, unter Weichen werden sie benötigt, weil nur Holz in
derart vielen verschiedenen Fertigungslängen wirtschaftlich zur Verfügung steht.
Stahlschwellen
Vor dem Aufkommen der Spannbetonschwellen wurden beim Bau von Gleiskörpern häufig auch Stahlschwellen verwendet. Sie sind langlebiger als
Holzschwellen und müssen nicht mit Steinkohlenteeröl imprägniert werden. Die ursprüngliche trogförmige Stahlschwellenbauart wird heute nicht
mehr eingesetzt, da sie nicht mechanisiert verlegt werden kann. Eine besondere Form der Eisenbahnschwelle ist die Y-Stahlschwelle, bei der
paarweise geschwungen geformte Stahlprofile zusammengefügt werden und so eine Y-förmige Schwelle ergeben. Im Gleis wird diese Schwelle mit
jeweils einem Befestigungspunkt an der einen und zwei Befestigungspunkten an der gegenüberliegenden Schiene und in der Abfolge jeweils
wechselweise um 180° gedreht im Schotterbett platziert.
Betonschwellen
Einblockschwellen : Seit den 1970er Jahren werden in Deutschland bei Neubaustrecken und Oberbauaufarbeitung zunehmend
Einblockschwellen aus Spannbeton statt Holz- und Stahlschwellen eingebaut. Grund dafür sind eine bessere Lagestabilität durch größeres Gewicht
und eine lange Nutzungsdauer von ungefähr 40 Jahren.
Zweiblockschwellen: In der Schweiz und Frankreich ist die Zweiblockschwelle weit verbreitet. Diese besteht aus zwei Betonblöcken,
die mit einem Spurhalter aus einem L- oder T-förmigen Stahlprofil miteinander verbunden sind. Durch das Auflösen der Schwelle in zwei Blöcke wird
der Seitenverschiebewiderstand vergrößert. Die Zweiblockschwelle kommt in Deutschland zur Befestigung der Schiene bei der Festen Fahrbahn in Anwendung.
Alternativen zur Bahnschwelle
Mitte der 1990er Jahre wurden verschiedene neuartige Oberbausysteme entwickelt. Die Feste Fahrbahn kommt ohne Schotteroberbau und klassische
Bahnschwellen aus. Je nach Ausführung werden die Schwellen dabei zu kleinen Betonsockeln reduziert, auf denen die Schienen montiert werden, bzw.
die Schienen werden direkt auf der Betonfahrbahn montiert. Insbesondere auf Hochgeschwindigkeitsstrecken und bei unterirdischen Stadtbahnen wird
die feste Fahrbahn wegen der stabileren Gleislage und den geringeren Unterhaltungskosten eingesetzt.
Gleisbefestigung
Das Gleis wurde anfangs mit Nägeln auf den Holzschwellen fixiert. Später wurden diese durch Schrauben und dann durch zusätzliche Federelemente ersetzt.
Diese nehmen die Schwingungen der Schiene bei Belastung und ihre Dehnung bei Temperaturschwankung auf, ohne abzubrechen. Die verschiedenen Gesamtsysteme
normierter Kleinteile, die zur Gleisbefestigung dienen, werden als Oberbauarten bezeichnet; in Deutschland dominieren auf Betonschwellen der Oberbau
W und auf Holzschwellen der Oberbau K mit Varianten.


