Stellwerke ...
Ein Stellwerk
ist eine Bahnanlage der Eisenbahn, von der aus Einrichtungen im und am Schienenfahrweg, wie Weichen und Signale, zur Durchführung von Zugfahrten
und beim Rangieren zentral gestellt werden. Mechanische, elektrische oder elektronische Abhängigkeiten zwischen diesen Einrichtungen und dem
Stellwerk sichern durch Herstellen der so genannten Signalabhängigkeit den Fahrweg und bilden dann eine Fahrstraße.
Die Signalabhängigkeit sorgt dafür, dass ein Signal nur dann auf Fahrt gestellt werden kann, wenn alle Einrichtungen des Fahrweges richtig gestellt
und ggf. von Fahrzeugen frei sind und in diesem Zustand bleiben, bis die zu sichernde Fahrt stattgefunden hat und die Fahrstraße manuell oder
zugbewirkt wieder aufgelöst ist.
Stellwerke regeln darüber hinaus mit Hilfe des Streckenblocks auf der freien Strecke das Fahren der Züge im „Raumabstand“, auch Blockabstand genannt.
Das wird durch die Einteilung der Strecke in Blockabschnitte oder -strecken gewährleistet, die meist mit Blocksignalen begrenzt sind.
Durch geeignete Ausgestaltung der technischen Einrichtungen der Stellwerke wird dafür gesorgt, dass sich etwa auftretende Fehler zur sicheren Seite
hin auswirken. Signale dürfen durch einen Fehler nicht von der Halt- in die Fahrtstellung gelangen oder von einem niedrigeren zu einem höheren
Fahrtbegriff wechseln, Weichen nicht umgestellt werden. Das Euro-Interlocking Projekt der UIC erbarbeitete einen internationalen Standard zur
Projektierung von neuen Eisenbahn-Stellwerken.
Mechanisches Stellwerk
Bedienung: Weichen-, Riegel-, Gleissperren-, und Signalhebel (Winde); Schrankenanlagen, Bahnhofsblock, Streckenblock (Form A, B und C) mechanische
Kraftübertragung zu den Außenanlagen mittels zwei verschiedener Systeme: über Drahtseilzüge (vor allem Einheitsstellwerk und System Jüdel), z. B. in
Deutschland, der Schweiz und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern, über Gestänge (System Saxby), z. B. in Frankreich, Großbritannien, USA
mechanische Herstellung der Abhängigkeiten.
Elektromechanisches Stellwerk
Bedienung mit Stellhebeln, Drehschaltern und einzelnen Drucktasten elektrisch angetriebene Außenanlagen überwiegend mechanische Herstellung der
Abhängigkeiten. Mechanische und elektromechanische Stellwerke sind in der Regel hoch stehend gebaut, um dem Bediener einen möglichst vollständigen
Überblick über seinen Stellbereich zu geben. Diese Stellwerke müssen wegen der begrenzten Länge der Übertragungswege zu den Außenanlagen innerhalb
ihres Stellbereichs aufgestellt sein. Diese Notwendigkeiten bestehen bei Gleisbildstellwerken nicht mehr: Hier übernimmt die Gleisfreimeldeanlage
das Besetztmelden des Zugfahrweges im Rahmen der vor jeder Zugfahrt obligatorischen Fahrwegprüfung. Außerdem lassen sich hier die Übertragungswege
theoretisch unbegrenzt ausdehnen. Dennoch wurden auch diese Stellwerke noch lange Zeit nach den herkömmlichen Kriterien nahe am Zuständigkeitsbereich
gebaut.
Relaisstellwerk
Bedienung mit Drucktasten und/oder Zugtasten Anordnung der Bedien- und Anzeigeelmente in einem Stellkasten, auf einem Stelltisch oder Stelltafel,
teilweise auch Bedienung über Bildschirmarbeitsplätze mit Monitor,Tastatur und Maus, elektrisch angetriebene Außenanlagen. Elektrische Herstellung
der Abhängigkeiten durch Relaisschaltungen.
Elektronisches Stellwerk
Schematische grafische Darstellung der Elemente der Außananlage auf einem Monitor, bei größeren Anlagen auch auf Projektionswänden (In Deutschland
nicht üblich), Bedienung mit Tastatur, Grafiktablett oder Maus. Elektrisch angetriebene Außenanlagen Herstellung der Abhängigkeiten über Software in
Rechnern.

