Sperber (Accipiter nisus) ...
Der Sperber ist ein Greifvögel und gehört bei uns zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Die Weibchen sind fast doppelt so groß und
schwer wie Männchen. Sperber sind eng am Wald gebunden, brüten heute in vielen Teilen Europas aber auch in städtischen Grünanlagen. Sie
ernähren sich überwiegend von kleinen und mittelgroßen Vögeln bis zur Größe einer Taube.
Sperber zeigen einen sehr deutlichen Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Färbung. Ausgefärbte Sperbermännchen sind auf der Oberseite
graublau. Die Unterseite ist weiß und fein quer gebändert („gesperbert“). Diese Bänderung ist am Rumpf zu einem individuell in Breite und
Ausdehnung sehr stark variierenden Anteil orangerot. Manche Männchen sind auf der Rumpfunterseite fast einfarbig orange, bei anderen Vögeln
ist die Querbänderung nur an den Flanken deutlich orange und am übrigen Rumpf braun. Der Hals zeigt eine feine senkrechte Strichelung, die
ähnlich wie die Rumpfzeichnung variiert; im Extremfall ist der Hals ebenfalls einfarbig rotorange. Weibchen sind weniger farbenprächtig als
die Männchen. Sie sind auf der Oberseite schiefergraubraun, die Unterseitenbänderung kann an den Flanken ebenfalls zu hohen Anteilen orange
sein, diese Orangezeichnung ist jedoch nur in Ausnahmefällen so ausgedehnt wie bei Männchen.
Sperber Jungvögel sind bis zur ersten Mauser oberseits bräunlich, alle Deckfedern sind hell braunbeige gerandet. Die Unterseite ist weiß mit
einer Querbänderung, die breiter und oft tropfen- oder herzförmig ausgeprägt ist. Das Großgefieder weist in allen Kleidern eine deutliche
Bänderung auf weißem bis beigebraunem, bei Jungvögeln auf gelblichem Grund auf. Die Beine sind gelb, ebenso die Wachshaut des Schnabels. Die
Iris ist bei Jungvögeln hellgelb; bei Weibchen dunkelgelb und bei Männchen meist orange. Der Schnabel ist schwarz, an der Basis blaugrau.
Der Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Körpergröße und des Körpergewichts ist bei dieser Art extrem. Der Unterschied ist so groß, dass
es bezüglich der Körpermaße zwischen den Geschlechtern keinen Überschneidungsbereich gibt. Zum Beispiel hatten Männchen der aus Deutschland
eine Flügellänge von 192–209 mm, Weibchen messen 223–247 mm. Männchen wiegen 105–165 g, Weibchen 192–290 g. Männchen erreichen also nur etwa
60 % des Körpergewichts der Weibchen. Sperber gehören zu den kleinsten Vertretern der Gattung Accipiter, männliche Sperber sind die kleinsten
in Mitteleuropa brütenden Greifvögel.
Bei sitzenden Vögeln ist die Unterscheidung meistens einfach, Habichte sind viel größer und kräftiger, dies fällt insbesondere bei Betrachtung
der Beine und des Kopfes auf. Habichte zeigen nie orange auf Brust und Bauch und haben einen deutlichen, weißlichen Überaugenstreif, der bei
Sperbern nur angedeutet ist. Die Augen des Sperbers sind proportional wesentlich größer und damit auffälliger als beim Habicht. Schwieriger
ist die Unterscheidung fliegender Vögel. Die Körperproportionen von Sperber und Habicht sind sehr ähnlich, auf größere Entfernung ist daher
insbesondere eine Unterscheidung gleitender oder segelnder Vögel oft nicht möglich.
Die Verbreitung des Sperbers umfasst weite Teile der Paläarktis von den Kanarischen Inseln und Irland nach Osten bis Kamtschatka und Japan. Er
besiedelt hier überwiegend die borealen und boreomontanen Nadelwälder. Das Vorkommen der Art wird im größten Teil ihres Areals nach Norden wie
nach Süden durch die Verbreitung dieser Nadelwälder begrenzt. Nur in Mittel- und Westeuropa sowie im westlichen Mittelmeergebiet, wo andere,
Laubwälder bewohnende, kleine Vertreter der Gattung Accipiter fehlen, besiedelt er auch Laubwälder der gemäßigten Zone sowie die mediterranen
Hartlaubwälder. In den letzten Jahrzehnten zeigt auch diese Greifvogelart eine starke Tendenz zur Verstädterung und bewohnt nun auch Parks,
Friedhöfe und ähnliche Grünanlagen in vielen Städten Europas.

